1964, Beatles, Beat-Aera & AFN       English     - English version: under construction -

 

Die 1960er Beatles- & Beatwelle praegte die Rockmusik, die nach wie vor global dominierend ist. Das ist Grund genug, sich die Beatles- & Beatzeit und besonders ihren Hoehepunkt im Jahr 1964 - das Jahr, das Wolfgang Billmann als wichtigstes Jahr von Beat- und Rockmusik erlebte - genauer anzuschauen: zunaechst die jene Zeit hauptsaechlich bestimmenden Bands, allerdings erst am Schluss der Beatbands im engeren Sinn die Rolling Stones und die Beatles, weil sie sowieso jeder kennt und sie zu viel Raum am Anfang dieses Beitrages einnehmen wuerden. Im Weiteren werden auch US-Bands, die 1964 eine Rolle spielten, kurz dargestellt. - Man war als deutsche/r AFN-Hoerer/in immer aktuell und 'bruehwarm' vollauf mit den USA, die immerhin 'popularmusikalisch' global den Ton angaben. Die Beatles- und Beatwelle setzte dieser Selbstverstaendlichkeit ein Ende, als im Sommer 1964 The Beatles die ersten fuenf Top-Ten-Plaetze im AFN einnahmen und auf den restlichen Plaetzen der AFN-Hitparade so stark andere britische Bands folgten, dass US-Bands kaum noch Chancen hatten.

Uebersicht:
   The Animals
   The Kinks
   The Searchers
   Dave Clark Five
   Weitere, die Beatwelle 1964 praegende Bands
   The Shadows, instrumentale Gitarren- und nicht-britische Beatbands
   The Beatles & The Rolling Stones
      a. Beatles & AFN
      b. The Beatles (1964)

      c. The Rolling Stones (1964)
      d. Internetadressen, Besetzung
   The Kinks, nach 1964-65
      a. The Kinks aus heutiger Sicht & Kinks-Songs nach 1964-65
      b. Kinks-Mitglieder heute
      c. The Kinks, Literatur
   Erste Beruehrung mit The Beatles etwa 1963 & AFN
   Roy Orbisons "Pretty Woman" 1964
      a. Melancholie & Schnulze
      b. Evanescence, Breaking Benjamin & Freddy Quinn

   The Beach Boys
   The Four Seasons
   Soul, USA 1964
   The Everly Brothers
   The Byrds
      a. "Mr. Tambourine Man" & E-Gitarren-Pioniere
      b. Besetzung & weitere Hits
   Der AFN
      a. 'Frolic At Five' & 'Stickbuddy Jamborree'
      b. Das Ende der Selbstverstaendlichkeit des AFN
      c. Weitere AFN-Sendungen & Literatur

 

The Animals

http://www.theanimalswebsite.com

Besetzung (1964):

. Eric Burdon - Vocals
. Chas Chandler - Bass
. Alan Price - Keyboard
. John Steel - Schlagzeug
. Hilton Valentine - Gitarre

Weitere Songs (1964):

 

KinksFanclubCropped
The Kinks, 1967. Eingebettetes Bild, https://
commons.wikimedia.org/wiki/File:Kinks
FanclubCropped.png
, 4. Juli 2019

 

The Kinks

https://thekinks.info

Besetzung 1964 (im Wesentlichen bis heute):

. Ray Davies (Lead Vocals, Rhythmusgitarre, Keyboards)
. Dave Davies (Lead & Backing Vocals, Melodiegitarre)
. Mick Avory (Schlagzeug)
. Pete Quaife (Bassgitarre, Backing Vocals, starb 2010)

Weitere Hits (1964-65):

 

The Searchers

http://www.the-searchers.co.uk

http://www.thesearchersandme.com

http://www.mikependersearchers.co.uk

Besetzung (1964), gesangsstark, ab 1990ern zwei Bands: The SearchersThe Searchers and MeMike Pender's Searchers:

. Mike Pender (Gesang, Gitarre), verliess The Searchers 1985, ab 1990er: Mike Pender's Searchers
. John McNally (Gesang, Gitarre)
. Tony Jackson (Gesang, Bass), bis Mitte 1964, dann Frank Allen (Gesang, Bass): The Searchers and Me
. Chris Curtis (Gesang, Schlagzeug, gestorben 2005)

Weitere Hits (1964):

 

Dave Clark Five

http://www.daveclarkfive.com

Bis 1964 galten die Dave Clark Five als Hauptkonkurrenz der Beatles (ab Ende 1964 wurden die Rolling Stones hauptsaechliche Beatles-Konkurrenz). Mit der 'abgehenden' Quintett-Besetzung Lead-Saenger/Keyboard, Saxofon, Gitarre, Bass und Schlagzeug fanden die Dave Clark Five zwar enormen Anklang, hatten aber noch nicht die Gitarrendominanz, die die Rockmusik der vorgenannten Animals, Kinks und Searchers oder schliesslich der Beatles und Rolling Stones dann so erfolgreich machte.

Besetzung (1964):

. Mike Smith (Lead-Saenger, Keyboard, gestorben 2008)
. Denis Payton (Saxofon, gestorben 2006)
. Lenny Davidson (Gitarre, Backing Vocals)
. Rick Huxley (Bass, Backing Vocals, gestorben 2013)
. Dave Clark (Schlagzeug, Backing Vocals)

Dave-Clark-Five-Hits (1964):

 

Weitere, die Beatwelle 1964 praegende Bands

Nach den erstgenannten Bands, die die Beatwelle 1964 hauptsaechlich bestimmten  - abgesehen von den Beatles und Rolling Stones hier ganz am Schluss typischer Beatgruppen -  folgen weitere Bands, die den 1964er Beat praegten. Jedoch Bands wie The Who, The Troggs, The Small Faces, usw, sind eigentlich erst nach 1964 bestimmend und werden hier nicht aufgelistet.

 

The Shadows, instrumentale Gitarren- und nicht-britische Beatbands

In den Hitparaden 1964 spielten auch instrumentale Gitarrenbands (fast ohne Gesang) oder nicht-britische Beatbands eine Rolle. Zu solchen Gitarrenbands, die auch schon vor 1964 erfolgreich waren, zaehlen The Shadows, The Ventures oder The Spotnicks. The Ventures kamen zudem aus den USA und The Spotnicks aus Schweden.

Speziell die Shadows praegten schon vor 1964 die Gitarrendominanz (Melodie-, Rhythmus/Begleit-, Bass-Gitarre) mit, die bis heute fuer Rockmusik typisch ist. The Shadows wurden beruehmt durch viele rein instrumentale Gitarrenhits, aber sangen wenige Stuecke mehrstimmig oder waren schon vor 1964 Begleitband von Cliff Richard (erfolgreicher Saenger seit Anfang 1960er).

The Rattles (Deutschland) und The Kingsmen (USA) konnte man als nicht-britische Beatbands bezeichnen. Die Beach Boys (USA) hatten tatsächlich die typische Besetzung wie eine Beatband. Aber ihr mehrstimmiger Gesang im Surf-Stil klang weicher als der britische Beat.

 

The Beatles, Belfast 1964 (18226214220)
The Beatles, 1964. Eingebettetes Bild, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:The_
Beatles,_Belfast_1964_(18226214220).jpg
, 4. Juli 2019

 

The Beatles & The Rolling Stones

Nach den mehr oder minder typischen Beatbands folgen nun The Beatles und The Rolling Stones, die am meisten die Beatwelle 1964 (und ueberhaupt) praegten. Beide Bands stehen quasi fuer die Beatwelle schlechthin. Beide Bands kennt eigentlich sowieso jeder. Schon 1964 hatten sie viele Hits - nachfolgend in Auswahl.

a. Beatles & AFN

Bereits 1963 kuendigte sich mit "Please Please Me" an - einer der schoensten Beatles-Songs -, dass da eine aussergewoehnliche Band im Kommen war. Fast puenktlich zu Weihnachten 1963 und zur Jahreswende 1963-64 kam mit "She Loves You" der internationale Durchbruch der Beatles. Im Sommer 1964 gewannen die Beatles eine Uebermacht in der Musikwelt, wie man es noch nicht erlebt hatte. Die Beatles eroberten gleichzeitig die ersten fuenf Plaetze in der AFN- und US-Hitparade, die in der Bundesrepublik und international dominierten. Andere britische Beatgruppen besetzten die restlichen AFN- und US-Hitparaden-Plaetze, dass keine US-Band mithielt. In den USA heisst diese Aera 'Britische Invasion'.

Somit war der US-Army-Sender AFN als authentische Quelle von Rock & Roll sowie fruehem Rock ploetzlich weniger interessant geworden. Seit Anfang 1964 nahm der BFBS (ein Sender der britischen Truppen in Berlin), seine Top Twenty an den Wochenenden, diesen Platz ein. Radio Luxembourg war recht verschwommen im Berliner Raum, doch wurde ausreichend auf Mittelwelle abends - gesendet aus 'London West One' - empfangen und ergaenzte den BFBS sowie die sich anbahnende Beatwelle bereits ab etwa 1962. Infolge der Beatles- und Beatwelle verdraengte Grossbritannien 1964 die USA aus popularmusikalisch globaler Vormachtstellung. Erst ab Sommer 1965, nachdem die Beatmusik abflaute und der Soul an Bedeutung gewann, errangen die USA popularmusikalische Dominanz zurueck.

Schon seit Beginn der 1960er und, als The Shadows beruehmt wurden (gegruendet 1958), deutete sich die Verschiebung der globalen Dominanz in der Popularmusik von den USA nach Grossbritannien an. Ab etwa 1962 entwickelten sich jedoch nicht nur in Grossbritannien, sondern auch Deutschland und anderen europaeischen Laendern viele Bands in der spaeter typischen Beat-Besetzung: gemeinsamer Gesang - meist durch die Gitarristen -, Melodie-, Rhythmus-, Bass-Gitarre, Schlagzeug sowie gelegentlich Keyboard. Ab der ploetzlichen Beatwelle 1964 entstanden daraus Massen von besonders Amateurbands als Folge, den Beatles nachzueifern. Daraus ist die Rockmusik geworden, die nach wie vor global dominiert, egal ob in unzaehligen Freizeit-Bands oder professionell computer-generierten 'Acts' mit die Milliarde uebertreffenden Klickzahlen.

b. The Beatles (1964)

c. The Rolling Stones (1964)

d. Internetadressen, Besetzung

https://www.thebeatles.com

https://www.rollingstones.com

Waehrend The Beatles 1960-70 bestanden, sind die Rolling Stones bis heute aktiv, allerdings mit anderem Rhythmus- und Bassgitarristen.

The Beatles, Besetzung 1964:

. John Lennon (Gesang, Gitarre, gestorben 1980)
. Paul McCartney (Gesang, Bass)
. George Harrison (Melodie-Gitarre, Backing- & Lead-Vocals, gestorben 2001)
. Ringo Starr (Schlagzeug, selten Lead-Vocals)

The Rolling Stones, Besetzung 1964:

. Mick Jagger (Lead-Vocals, Perkussion)
. Keith Richards (Melodie-Gitarre, Gesang)
. Brian Jones (Rhythmus-Gitarre, Backing-Vocals, gestorben 1969)
. Bill Wyman (Bass-Gitarre, Backing-Vocals), verliess die Rolling Stones ca. 1990
. Charlie Watts (Schlagzeug)

 

Rolling Stones 1967
The Rolling Stones, 1967. Eingebettetes Bild, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:
Rolling_Stones_1967.jpg?uselang=de
, 4. Juli 2019

 

The Kinks, nach 1964-65

a. The Kinks aus heutiger Sicht & Kinks-Songs nach 1964-65

Aus heutiger Sicht gelten The Kinks als wichtigste Beat-Gruppe nach den Beatles und Rolling Stones.

Kinks-Hits (nach 1964-65):

https://www.youtube.com/user/TheKinksMusic

b. Kinks-Mitglieder heute

. Ray Davies (Lead Vocals, Rhythmusgitarre, Keyboards): 'In den USA hielt man uns fuer Kommunisten', Spiegel Online, 2018
. Dave Davies (Lead & Backing Vocals, Melodiegitarre): Youtube
. Mick Avory (Schlagzeug)
. Pete Quaife (Bassgitarre, Backing Vocals): starb 2010

c. The Kinks, Literatur

  1. Allmusic.com, The Kinks
  2. Ray Davies, Americana, The Kinks, the road and the perfect riff, 2013
  3. Keith Gildart, From 'Dead End Streets' to 'Shangri Las',Negotiating social class and post-war politics with Ray Davies and the Kinks, in: Youth culture, popular music and the end of 'consensus', The Subcultures Network (editor), 2014, chapter 2
  4. Journal popular music and society
    - Volume 29, 2006, issue 2, Special issue on The Kinks
    - Volume 37, 2014, issue 2, pages 210-232: Andrew Palmer, 'In a land that I love', Working-class identity and the end of empire in Ray Davies' Arthur or the decline and fall of the British Empire
  5. Thomas M. Kitts, Ray Davies, Not like everybody else, 2007
  6. Andy Miller, The Kinks are the Village Green Preservation Society, 2003
  7. Allan F. Moore, Rock, The primary text, Developing a musicology of rock, 2017
  8. Jon Stratton, Britpop and the English music tradition, 2010, chapter 3: Englishing popular music in the 1960s

 

Erste Beruehrung mit The Beatles etwa 1963 & AFN

AFN Berlin (US-Militaersender), Sommer-Hits 1961-64 (bis zur britischen Beatles- und Beatwelle ab 1964):

 

Roy Orbisons "Pretty Woman" 1964

a. Melancholie & Schnulze

Roy Orbison (1936-88) galt als ein sehr melancholischer US-Super-Saenger in den 1960ern. Eine Mitt-1960er 'Bravo', die sich als Jugend-Magazin mit Pop-Beat- und Schlager-Neuigkeiten sowie auch sexueller Aufklaerung befasste, vermeldete wohl ueber Roy Orbison, er sei - trotz seiner Gefuehlsseligkeit wegen seelischer Grausamkeit, damals eine Art Scheidungsgrund in den USA - von seiner Frau geschieden worden.

Definition: 'Schnulze: Bezeichnung fuer Schlager und Lieder, die voller Gefuehlsklischees und sentimental bis zur Ruehrseligkeit sind: eine Erscheinungsform musikalischen Kitsches. Bevorzugte inhaltliche Motive sind Liebesschmerz und Heimweh.' (Aus: Wicke/Ziegenruecker, Handbuch der populaeren Musik, ueberarbeitete und erweiterte Neuausgabe, 2001, Seite 480)

b. Evanescence, Breaking Benjamin & Freddy Quinn

Ob man die Melancholie bei Evanescence, etwa "Sweet Sacrifice", 2007, oder Breaking Benjamin, etwa "I Will Not Bow", 2010, auch als Schnulze sehen sollte oder gar Freddy Quinn (voc), "Junge Komm Bald Wieder", 1963, bleibt fraglich. Jedenfalls war Roy Orbinson ein eigentlich virtuoser Saenger und hatte mit seiner Melancholie schon vor 1964, "Pretty Woman", riesige Erfolge, zumindest in den USA; z. B.mit

Zu: Evanescence, Breaking Benjamin und Freddy Quinn: 

 

Sullivan Beach Boys
The Beach Boys, 1964. Eingebettetes Bild, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Sullivan
_Beach_Boys.jpg
, 4. Juli 2019

 

The Beach Boys

https://www.thebeachboys.com

Die Beach Boys, hier noch mal ausfuehrlich, sowie die nachfolgenden US-'Acts' gelten eigentlich nicht als Beatbands, spielten aber 1964, waehrend des Beat- und Beatles-Hoehepunktes, eine bedeutende Rolle. Die Beach-Boys-Besetzung 1964:

. Mike Love (Gesang)
. Carl Wilson (Gesang, Melodiegitarre, gestorben 1998)
. Alan Jardine (Gesang, Rhythmusgitarre)
. Brian Wilson (Gesang, Keyboard, Bass)
. Dennis Wilson (Gesang, Schlagzeug, gestorben 1983)

Beach-Boys-Hits:

 

The Four Seasons

https://www.frankievallifourseasons.com 

Wichtige US-Band 1964, hauptsaechlich Gesangsgruppe:

. Frankie Valli ('Lead-Gesang')
. Tommy DeVito (Gesang, Gitarre)
. Bob Gaudio (Gesang, Keyboard)
. Nick Massi (Gesang, Bassgitarre, gestorben 2000)

Four-Seasons-Hits:

 

Soul, USA 1964

 

The Everly Brothers

http://www.everly.net

Wie Roy Orbison, The Beach Boys und Four Seasons sind The Everly Brothers ein weiterer 'Act' aus der noch US-amerikanisch dominierten Vor-Beatles-Zeit, der in die Beatles- und Beatwelle ab 1964 hineinwirkte. 1958-63 kann man als Vor-Beatles-Zeit bezeichnen, z. B. ab 1958, "Peter Gunn" von Duane Eddy (g), das als erster Rock-Song gilt. Die Everly Brothers waren ein meist bandbegleitetes Gesangs-Gitarren-Duo:

. Isaac Donald 'Don' Everly (1937-)
. Phillip Jason 'Phil' Everly (1939-2014) 

Everly-Brothers-Hits:

 

The Byrds (1966)
The Byrds, 1966. Eingebettetes Bild, https://www.swr.de/swr1/bw/termine/konzertgalerie-impressionen-von-pop-poesie-in-concert/
-/id=446400/did=22205752/format=pdf/gp1=22205752/gp2=23841030/nid=446400/vv=gallery/119tc9e/index.html
, 4. Juli 2019

 

The Byrds

Sie gelten als die mit schoenste Rockband der 1960er.

a. "Mr. Tambourine Man" & E-Gitarren-Pioniere

'Schlager Der Woche', eine Radiosendung, die ueber Berlin hinaus bekannt war, mied englische Rockmusik, aber spielte "Mr. Tambourine Man" 1964 viele Sendungen lang. Fred Ignor moderierte die 'Schlager Der Woche' im RIAS Berlin an zwei Werktagen je Woche und stellte hauptsaechlich deutsche Schlager vor (von Peter Alexander und Freddy Quinn bis hin zu 'Proto-Ballermann' wie "Ich will Keine Schokolade Aber Lieber Einen Mann"). Hierbei erklang Englischsprachiges der 1960er antiquiert wie Rock & Roll der 1950er, kaum im damals abgehenden und modernen fruehen Rockstil der Beatgruppen. Vor allem hoerte man die Beatles erst, als sie "Sie Liebt Dich" und "Komm Gib Mir Deine Hand" sangen ("She Loves You" und "I Wanna Hold Your Hand" auf Deutsch 1964)

Gar Verbindungen von The Byrds zu den heutigen Blackberry Smoke koennte man ziehen:

  1. 'Everybody loves guitar' (von: Charlie Starr von Blackberry Smoke 2018): 1964-65 sollen The Byrds Pioniere gewesen sein, US-Folk- und andere Gitarrensongs mit E-Gitarre zu spielen. Immerhin war der Gitarren-Sound wesentlich fuer die Begeisterung fuer die Byrds.
  2. 'Charlie Starr's excellent and clear voice ... fits the band ...' (von: Feststellung irgendwo bei Google), aehnlich dem Klang der damaligen Byrds-Stimmen. Ihre Mehrstimmigkeit klang wie wundersam. In ihrem Repertoire coverten The Byrds auch alte englische Schlager, die eben wundersam neu klangen im Byrds-Stil.

http://www.thebyrds.com 

b. Besetzung & weitere Hits

Byrds-Besetzung (wie auf Bild oben):

. Roger McGuinn (Gesang, Gitarre, 1942-)
. Gene Clark (Gesang, Tamburin, Gitarre, 1944-91)
. David Crosby (Gesang, Gitarre, Keyboard, 1941-)
. Chris Hillman (Gesang, E-Bass, 1944-)
. Michael Clarke (Schlagzeug, 1946-93)

Weitere Byrds-Hits (zu oben, "Mr. Tambourine Man"):

 

Der AFN

Besonders in den 1950ern-70ern hatte grosse 'popularmusikalische' Bedeutung, dass der US-Army-Sender AFN in mehreren westlichen deutschen Staedten stationiert war, etwa in West-Berlin, Nuernberg, Frankfurt/Main, Kaiserslautern und Stuttgart sowie auch Kassel. Fast jede dieser AFN-Stationen produzierte eine zumeist besondere Musiksendung, die dann ueber alle AFN-Stationen ins fast ganze westliche Deutschland gesendet wurde. Das Sendeschema war etwa so, dass ab jeder vollen Stunde Nachrichten und dann rund 50 Minuten eine jener typischen Sendungen, immer zur selben Uhrzeit, Montag-Freitag, erfolgten.

a. 'Frolic At Five' & 'Stickbuddy Jamborree'

Bedeutende Sendungen wurden:

'Frolic At Five' (ca. 17:10 - 18:00) vom AFN Berlin * mit den immer aktuell populaersten Rock-and-Roll-, Rock- sowie Soul-Stuecken und insofern mit Ausnahme der Zeit der Beatles- und Beatwelle, ca. 1964-67, die einflussreichste 'popularmusikalische' Musiksendung fast deutschlandweit bis Ende der 1960er. - George Hudak, 'Frolic At Five', eingebettetes Video, 9. Juli 2019:

'Stickbuddy Jamboree' (ca. 16:10 - 17:00) vom AFN Frankfurt mit den populaersten Country-Songs und bis in die 1960er die quasi 'zweit-einflussreichste' Musiksendung. An der 'hingen' vor allem in Deutschland stationierte US-Soldaten (-Soldatinnen gab es noch kaum), d. h. diese Sendung fand bei Ihnen unvergleichlich Anklang. Doch genauso war diese Sendung Inspiration schlechthin fuer viele deutsche Country-Bands. - ... 'Stickbuddy Jamboree', eingebettetes Video, 9. Juli 2019:

 b. Das Ende der Selbstverstaendlichkeit des AFN

Vor allem in 'Frolic At Five' wurden bis in die 1960er und meist am letzten Werktag in der Woche die 'Top Ten' oder Hitparade ausgestrahlt. Somit war man als deutsche/r AFN-Hoerer/in immer aktuell und 'bruehwarm' vollauf mit den USA, die immerhin 'popularmusikalisch' global den Ton angaben. Die Beatles- und Beatwelle setzte dieser Selbstverstaendlichkeit ein Ende, als im Sommer 1964 The Beatles die ersten fuenf Top-Ten-Plaetze im AFN einnahmen und auf den restlichen Plaetzen der AFN-Hitparade so stark andere britische Bands folgten, dass US-Bands kaum noch Chancen hatten.

Ab Mitte der 1960er nagte dann vor allem der Vietnam-Krieg weiter an Selbstverstaendlichkeit und Dominanz des AFN. Und in den 1970ern gewannen andere Sendungen im AFN an Popularitaet, z. B. die regelmaessigen Top-Hits/Charts an den Wochenden, 'Casey's Coast To Coast' (oder aehnlich), und an den Werktag-Abenden die mehr Soul- und Funk-orientierten Sendungen von Wolfman Jack (1938-95) . Der wurde fuer sein wolfsaehnliches Heulen mitten in seiner Moderation und seine 'ein wenig kauzige bis voll-fett ansagende' Stimme bekannt.

c. Weitere AFN-Sendungen & Literatur

Schon in den 1960ern gab es zeitlich vor oder nach 'Frolic At Five' und 'Stickbuddy Jamboree' andere, vielleicht nur etwas weniger polpulaere Sendungen wie 'Bolero Time' (oder aehnlich, Salsa) und 'Polka Time' (oder aehnlich, 'volkstuemliche Musik', auch immer wieder aus damaliger Tschechoslowakei, aus Polen, auch aus Spanien, usw). Ergaenzend zu 'Bolero Time' konnte man auf Deutsch-Amerikanischen Volksfesten, z. B. an Berlin-Clayallee, miterleben, wie mit Santana und bis ungefaehr 1970 die Bassdrum und damit das Schlagzeug in die Salsa-Musik und bei Salsa-Bands Einzug hielt.

All diese mehr oder minder populaeren Sendungen strahlte der AFN besonders auf Mittelwelle aus. Auf UKW sendete der AFN hingegen etwas 'gepflegtere' Musik wie etwa Klassik oder aeltere und gewissermassen 'langweiligere Popularmusik'. Jazz - obwohl die USA als Hauptland des Jazz' galten - konnte man zumeist nur des Mitternachts, also selten hoeren. Die Wochenden-Naechte durch liefen manchmal verzerrt und rauschend hauptsaechlich Live-Uebertragungen von Baseball- oder Football-Spielen aus den USA.

Inzwischen gibt es etliche Buecher und Videos ueber die Zeit des AFN in Deutschland, die sich per Internet leicht ermitteln lassen, z. B. auf Karlsruher Virtuellem Katalog (KVK) oder via Google, und hier deswegen nicht genannt werden. Spaetestens seit der 'Wiedervereinigung' - 1990 - ist die damalige Bedeutung des AFN in Deutschland Vergangenheit. Diese war (und ist?) allerdings von umfassendem Einfluss, egal 'ob West oder Ost, Mitte, Links oder sonstwas'..

 

 

English - Mozart hat den blues - A-Z